Archiv der Kategorie ‘Kritisches‘

Freitag, 18|01|2009

Besinnlichkeit

Zur Besinnung kommen… über die Abschaffung der Glühbirne nachdenken – die Glotzen werden immer größer. Die lästigen Blätter werden mit Laubsaugern und -bläsern entfernt, beseitigen Kleingetier, machen Krach. Da es nun keine Blätter mehr gibt, die stören, wird es ruhiger (weil kaum Schnee mehr fällt und die Schneefräsen drinnen bleiben). Wir warten auf das Konsumkind, das uns greengewashed noch mehr stromfressende Elektronik ins Haus bringt.

Kaum jemand begeht das christliche Fest im christlichen Sinne, der Gedanke an den Ursprung ist gelöscht. Es geht auch keiner in die Kirche, um zumindest für die Baumleiche im heimischen Wohnzimmer zu beten, die nun nach ca. 12 Jahren als Kitsch-Garderobe im heimischen Wohnzimmer ihr Dasein beendet. Daher zerstreuen wir uns lieber heftig die Zeit und die unangenehmen Gedanken mit der Spielkonsole!

Kopenhagen fängt überall all, bei jeden Einzelnen. Und auch auf die Gefahr hin, dass es so aussehen mag, als habe die feelgood factory nun auch Greenwashing betrieben, muss hier gesagt werden, dass die kritischen Worte auch so gelebt werden und nicht eine verlogene Moral darstellen. Der Spaß an den Feiertagen soll an dieser Stelle nicht vermiest werden, ganz im Gegenteil! Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche und friedliche Zeit. Nutzen wir die Feiertage dazu, positives zu bewirken, zu uns selbst zu finden und über so manches, das in dieser Welt im Argen liegt nachzudenken. Vielleicht findet der Eine oder der Andere ja auch zu neuen Ersatzhandlungen, aber eventuell auch zu neuen Ritualen, mit denen sich die Feiertage gestalten lassen?

Auf postalisch versandte Post wird verzichtet – Papier sind Bäume – lediglich etwas Strom wurde für diese Meldung verwendet.

Herzliche Grüße,

Miki Früh, Emmering Dezember 2009

P.S.: Als Werbender nicht konsumfeindlich, sondern konsumkritisch!

Sonntag, 8|05|2009

Atomausstieg und Europa

Kein Atomausstieg in der EU
Atom 2009, SZ


…und gleich weiter zum Thema ‘Nachhaltigkeit’: Mit Entsetzen nimmt Miki Früh die Schlagzeile in der SZ vom 06. Februar 2009 wahr – Anlass genug ins Bildarchiv zu huschen und diese Illustration online zu stellen, die allerdings schon 1998 enstanden ist – der aktuelle Bezug ist allerdings nach wie vor der selbe – leider!

Grenzwerte 1
Grenzwerte normal,
Zeichnung, Aquarell 1998


Grund für dieses Aquarell war die damalige Untersuchung zu den gehäuft auftretenden Krebserkrankungen bei Kindern im näheren Umfeld von Atomkraftwerken. Beschwichtigt wurde derzeit die Öffentlichkeit mit den Worten “Die Grenzwerte sind normal”.

Grenzwerte 3
Grenzwerte normal (Detail),
Zeichnung, Aquarell 1998
Grenzwerte 2
Grenzwerte normal (Detail),
Zeichnung, Aquarell 1998
Sonntag, 8|05|2009

Bankenkrise, Wirtschaft – warum sollen Grafiker nicht kritisch sein?

Bankenkrise
Wer sind da wohl die Schafe?
Nachhaltigkeit
Banken und Werte

Warum nicht? In wirtschaftlichen Prozessen ist ‘Meinung’ in Form von Kritik oft nicht gerne gesehen. Doch gerade weil sich die feelgood factory auf die Fahnen geschrieben hat, nachhaltig und ethisch zu handeln, möge ein kurzer Denkanstoß erlaubt sein:

In den unendlichen Tiefen des Archives kam beim Aufräumen nettes Material zum Vorschein. Gier, Profit – nett verpackt. Werte schaffen? Das, was wir jetzt alle erleben ist doch nichts Neues – schon 2002 wurde Gier heruntergespielt… Beuys schuf mit seiner Aktion Werte (zumindest, wenn die Bäume nicht Parkplätzen weichen mussten). So steht nun womöglich vor manch einer wertlosen Immobilie zumindest ein schöner Baum – das hat schließlich auch seinen Wert.

Kartoffeln für alle!
Die dümmsten Bauern kriegen nicht immer die meisten Kartoffeln…

In der gleichen Publikation findet man auch dieses hübsche Foto – was damit wohl gemeint ist? – Die sogenannten ‘dümmsten Bauern’? – Die Abschaffung der ‘LINDA’ zum Sortenschutz? – Oder subventionierte Exporte, die in den dritten Ländern die Wirtschaft kaputt machen?

Auf alle Fälle lässt sich mit allem Geld machen – ob das aber dann ‘Werte’ schafft ist fraglich – ach so! ‘Werte’ und ‘Values’ sind nicht das selbe.

In diesem Sinne lasst uns wahre Werte schaffen!

Miki Früh

Samstag, 7|11|2009

Zur Beruhigung…

Rabe
Rabe,
Tusche-Zeichnung 2008

Nach all den kritischen Worten und Bildern, soll zur allgemeinen Beruhigung ein netter Rabe die Gemüter wieder erfreuen. Auch wenn dieser Rabe zu schlafen scheint… es entgeht ihm nichts! Die Zeichnung entstand so nebenbei Ende 2008, ohne besonderem Anlass. Jetzt hat die Illustration zumindest einen Anlass gefunden – vielleicht erzeugt sie trotz der bitteren Realität ein kleines Schmunzeln.

Donnerstag, 21|12|2005

Grafikdesign von der Bordsteinkante? Eine kritische Betrachtung…

Vielleicht begibt man sich auf dünnes Eis, mit der Aussage, dass wir in schlimmen Zeiten leben? Schließlich ist eine kritische Einstellung in Wirtschaft und Gesellschaft meistens nicht willkommen:

Die optische Umweltverschmutzung, die durch selbsternannte “Grafiker” erzeugt wird, ist nicht nur eine Beleidigung für das Auge: Sehr viel mehr sollten sich Grafiker besonders heute über ihre Verantwortung bewusst werden, schließlich prägen sie mit ihren Veröffentlichungen u.a. auch ‘Sehgewohnheiten’ mit.

Gutes Design weckt Begehrlichkeit, steigert die Bekanntheit und schafft Vertrauen.
Da klingelt sicherlich sofort die innere Registrierkasse und fragt auch schon gleich nach dem Preis, richtig? Diese Frage ist berechtigt und man kann Ihr nur entgegensetzen:
Was glauben denn Sie, wie abträglich es Ihrer Unternehmung tatsächlich ist, sich mit einem schlechten Design, übler, hirnloser Werbung und damit auch mit einem schlechten Image nach außen hin zu präsentieren?

Wirklich billiger?
Überlegen Sie sich, ob Sie wirklich etwas gespart haben, wenn unausgebildete, aber dafür günstigere “Grafiker” an Ihrem Heiligsten, Ihrem Unternehmensbild, herumdoktern…

Ein Imageschaden, und damit verbunden der finanzielle Verlust, ist langfristig betrachtet wesentlich höher!

Die Gesellschaft in der wir leben, muss/will sparen – aber wie will man den damit einhergehenden Qualitäts- und Werteverfall aufhalten?

Nur mit Nachhaltigkeit:

* Produkte, die lange leben.
* Qualität, die hält, was sie verspricht.
* Aufrichtigkeit und Ehrbarkeit in geschäftlichen Prozessen und im Umgang mit dem Menschen.

Nur unsere eigene innere Haltung wird diesen Zustand herstellen können. Die feelgood factory will sich mit dieser Einstellung in der Werbung profilieren. Professionelles Design ist unter dem Strich garantiert nicht teuer!

Samstag, 21|12|2005

Geschmack – die Streitfrage?

Nein, über Geschmack lässt sich tatsächlich nicht streiten! Guter Geschmack ist erlernbar, es ist lediglich eine Frage, wie sehr man sich selbst dazu erzieht.
Wie bei einem guten Wein, kann man die feinen Nuancen nur dann erfahren, wenn man Vergleiche hat und seine Geschmacksnerven darauf hin trainiert.
Genauso verhält es sich mit dem Design: Gute Gestaltung von schlechter zu unterscheiden ist eine Frage des Trainings und nicht nur eine Frage nach “gefällt mir – gefällt mir nicht”.